von Clarissa Lempp
In Susanne Neuffers Erzählungen treffen die Sehnsüchte und Ängste ihrer ProtagonistInnen auf eine scheinbar surreale Wirklichkeit. Leise, klug und witzig erzählt die Autorin vom skurrilen Leben.
aus der Amazon.de-Redaktion
Susanne Neuffers Gedichte suchen nicht den hohen Dursgrünbeinton, und das verkaufsfördernde Etikett "Pop" lassen sie sich schon gar nicht aufkleben. Neuffer begibt sich mit ihren Texten stattdessen auf eine spannende Expedition in den bürgerlichen Alltag
“Zu den Dingen, die man Frauen nicht erzählen sollte, gehört, dass man
die Nationalhymne zum Einschlafen braucht.”
Dieser Satz allein hat einen Preis verdient, womit wir bei unserer Gewinnerin wären, Susanne Neuffer aus Hamburg, und dem Glück, dass ihre Geschichte so weitergeht, wie der klug-naive Ton es verspricht, der an die Großstadtliteratur der zwanziger Jahre erinnert und doch ganz anders ist. Mit einem Erzähler, der immer mehr in Fahrt kommt, und der am Ende den Eindruck von etwas Überschäumendem und Vergnüglichem hinterlässt.
Beim Lesen läuft im Kopf ein melancholisch-absurder Film ab: Da steht eine modern Jeanne d'Arc im schwarzen Kampfanzug vor den Bewohnern eines Altersheims und will sie mit der Lesung romantischer Texte unterhalten.
